Synology Mail Server einrichten – NEU 100% Erfolg

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Synology MailPlus Server einrichten und konfigurieren. Mit MailPlus kann ich einen sicheren, zuverlässigen und privaten Mailserver bereitstellen. Meine E-Mails in einem webbasierten Client lesen, verwalten und die Produktivität steigern.

Bedrohungsmonitor

Der letzte Schritt für meine „Private Cloud“ bestand darin, einen privaten Mail Server einzurichten. Mit meiner Synology Diskstation habe ich alle Voraussetzungen erfüllt, einen privaten Mail Server zu betreiben. Bei der Einrichtung und Konfiguration sollte man konzentriert und gewissenhaft vorgehen. In diesem Artikel möchte ich meine Einrichtung des MailPlus Servers beschreiben. Bevor ich mit der Installation und Konfiguration begonnen habe, war es für mich wichtig, einige grundlegende Fragen zu beantworten.

Warum möchte ich einen privaten Mail Server betreiben?

Das Betreiben eines eigenen Mail Servers hat mich schon immer interessiert. Die Konfiguration über einen Linux oder Windows Server ist nicht trivial und erfordert ein gewisses Grundverständnis. Der spätere Administrationsaufwand ist nicht zu vernachlässigen. In meinem Netzwerk betreibe ich ein Synology NAS. Dort habe ich diverse Dienste eingerichtete und nutze diese. Meine Kontakte und Kalender-Einträge speichere ich zentral auf dem NAS. Der Abruf ist von jedem Endgerät (Windows PC, Smartphone, Tablet) möglich. Um meine private Cloud zu komplettieren, fehlt die Verwaltung meiner Mails auf dem NAS.

Einen privaten Mail Server betreibe ich, weil ich meine Daten nicht mehr auf öffentlichen Servern oder im Internet speichern möchte. Die Verwaltung der Mails auf meinem Server gibt mir die Freiheit in sämtlichen Einstellungen. Ich kann entscheiden, wie ich die Daten verwalte und den Datenschutz einhalte.

Welche Vorteile bietet mir ein eigener Mail Server?

Ein privater Mail Server bietet mir persönlich genügend Vorteile, warum ich mich für die Installation und Einrichtung entschieden habe.

Private Infrastruktur

Keine Speicherung meiner privaten Daten bei den großen Mailanbietern oder Internetkonzerne. Ich nutze für die Speicherung und Verwaltung der Mails mein privates Netzwerk.

Ausreichend Speicherplatz

Ein wichtiger Grund, warum ich mich für einen privaten Mail Server entschieden habe, ist die Unabhängigkeit vom Speicherplatz des Mailanbieters. Bei meinem Mailanbieter ist der Speicherplatz pro Mail Postfach auf 1 GB begrenzt. Benötige ich mehr Speicherplatz, muss ich diesen bezahlen. Die Postfächer auf meinem NAS sind nur durch die interne Festplattengröße begrenzt. Derzeit stehen 12.000 GB (12 TB) Speicherplatz auf meinem NAS zur Verfügung. Damit bin ich vollkommen unabhängig und könnte hunderte Mail Postfächer bereitstellen.

Volle Kontrolle über den Mail Server

Für mich ist es wichtig, dass ich die volle Kontrollen über meinen Mail Server habe. Ich kann selbst bestimmen, welche Software in welcher Version ich installiere, welche Features ich einsetze und wie ich diese konfiguriere. Die Beschränkungen für die maximale Größe von Mails und Anhängen, die Postfachgröße, Anzahl der verfügbaren Aliase oder Benutzer kann ich selbst bestimmen. Die Spam- und Antivirus-Einstellungen lassen sich individuell auf meine Bedürfnisse anpassen und einrichten.

Sind meine E-Mails sicher?

Die Mails auf dem Server sind durch Zugriffe von außen geschützt. Die Kommunikation mit dem Mail Server läuft verschlüsselt ab. Zusätzlich werden die Zugriffe von Firewalls überwacht, angenommen oder abgelehnt. Für das Versenden über den Mail Server ist eine SMTP-Authentifizierung aktiviert. Weiterhin überprüfe ich, ob die E-Mail-Adressen der Absender zu den Anmeldekonten gehören. Mit diesen Einstellung kann ich verhindern, dass mein Mail Server unerlaubt zum Versenden von Spam-Mails genutzt wird.

Welche Kosten entstehen?

Der MailPlus Server beinhaltet eine kostenlose Standardlizenz. Damit lassen sich 5 Benutzer lizenzieren. Möchte ich mehr Benutzer auf meinem Mail Server anlegen, benötige ich weitere Lizenzen. Den Stromverbrauch muss ich in die Betriebskosten einkalkulieren. Das NAS verbraucht ca. 20 Watt. Es läuft 24 Stunden am Tag. Im Monat komme ich auf ca. 4 Euro Stromkosten. Somit addiert sich der Stromverbrauch pro Jahr auf ca. 50 Euro. Weitere Fixkosten fallen nicht an.

Brauchbare Synology NAS Systeme für einen Mail Server gibt es ab 200 Euro.

Synology DS220J 2 Bay Desktop-NAS-Gehäuse
StreamingIntegrierter Medienserver für das Streaming von Multimedia-Inhalten
162,90 EUR

Wie kommen meine Mails zum Mail Server?

Es gibt drei Möglichkeiten, auf welchem Weg die Mails zu meinem Server kommen.

  1. Mails via POP3 direkt vom Mailanbieter abrufen
  2. Mails über eine SMTP-Weiterleitung direkt zum Mail Server leiten
  3. Mails via DNS-Eintrag (MX Record-Typ) direkt zum Mail Server umleiten

Meine Mails rufe ich via POP3 und einer SMTP-Weiterleitung ab. Das Abrufen via POP3 ist schnell und einfach eingerichtet. Damit lassen sich Mails von verschiedenen Mailanbietern (Google Mail, GMX, T-Online, Microsoft usw.) abrufen, ohne Anpassungen beim Mailanbieter vorzunehmen. Bei dieser Lösung kann ich entscheiden, ob die abgerufenen Mails auf dem Server des Mailanbieters direkt gelöscht ober erhalten bleiben. Das hat den Vorteil, dass ich bei entsprechender Einstellung die Mails abrufen könnte, wenn mein privater Mail Server offline ist oder es andere Probleme gibt. Bei einer direkten SMTP-Weiterleitung werden die Mails direkt zu meinem Mail Server weitergeleitet. Alle Mails die z.B. an kontakt@my-digital-home.de gesendet werden, landen automatisch bei meinem privaten Mail Server. Der Abruf beim Mailanbieter ist nicht mehr möglich.

Bei der dritten Möglichkeit kann ich alle Mail Adressen einer Domain (@my-digital-home.de) direkt zu meinem Mail Server leiten. Für eine MX Record-Typ oder SMTP-Weiterleitung muss ich Anpassungen bei meinem Mailanbieter vornehmen.

MailPlus Server einrichten

Die Einrichtung des Servers erfordert ein gewissen Maß an Vorbereitung und die Kenntnis über die entsprechenden Transportwege der Mails. SMTP, POP3 und IMAP Zugangsdaten sollten vorhanden sein.

Vorbereitung

DDNS

Damit der Server die zugestellten Mails empfangen kann und ein Abruf der Mails auch außerhalb des privaten Netzwerks möglich ist, muss er über das Internet erreichbar sein. Da ich über keine feste öffentliche IP-Adresse verfüge, muss ich einen DDNS (DynDNS Dienst) benutzen, um meinen Server über das Internet zu kontaktieren. Beim Synology NAS lässt sich der Zugriff via Internet über die Systemsteuerung > Externer Zugriff konfigurieren. Ich nutze den Synology Serviceanbieter. Über den ausgesuchten Hostname ist mein Server über das Internet aufrufbar.

Firewall

Damit mein Server die Mails von außen entgegennehmen kann, muss ich die notwendigen Ports in der Firewall vom Router freigegeben. Im ersten Schritt ist der Mail Server über drei Ports (SMTP 25, 587 und IMAP 993) erreichbar.

Paket installieren

Für die Installation des Mail Servers ist das Paket Synology MailPlus Server Paket zuständig. Das Paket ist kostenfrei und die Installation ist problemlos möglich.

Synology MailPlus Server Paket

Das Paket Synology MailPlus wird automatisch mit installiert. Dieses ist für einen Mail Webclient notwendig. Weitere Pakete werden nicht benötigt. Nach erfolgreicher Konfiguration kann der Synology MailPlus Server gestartet werden.

E-Mail Domain hinzufügen

Der erste Schritt bei der Konfiguration des Mail Servers, ist das Hinzufügen der Domain. Der MailPlus Server bietet die Möglichkeit, mehrere Domains zu verwalten. In meiner Konfiguration verwende ich zwei Mail Domains. Ich kann von beiden Mail Domains die Mails empfangen und versenden.

MailPlus Server starten und die Option Domain wählen. Über den Button Hinzufügen, lassen sich die verschiedenen Domänennamen erstellen.

Als Domänenname wird der Name der Mail Domain eingetragen. Die Benutzer erhalten automatische eine Mail Adresse mit dem entsprechenden Benutzernamen. Auf meinem NAS gibt es einen Benutzer Micha. Dieser erhält automatisch die Mail Adresse micha@my-digital-home.de. Über Aliasnamen kann ich einem Benutzer verschiedene Mail Adresse zuweisen. So erhält der Benutzer Micha den Aliasnamen Michael.

Jetzt weiß der Mail Server, dass die Mail Adressen micha@my-digital-home.de und michael@my-digital-home.de zu dem Benutzer Micha gehören.

Weitere Domains über das gleiche Prinzip hinzufügen. Mit der zweiten Mail Domain kann ich dem Benutzer Suse eine andere Mail Adresse zuweisen.

Mailübermittlung (E-Mails versenden)

Die Option Mailübermittlung ist entscheidend für das Versenden von Mails über den eigenen Mail Server. Unter dem Punkt Allgemeines trage ich den Hostname (FQDN) ein, unter dem der Mail Server erreichbar ist. Den Hostname habe ich bei den Vorbereitungen vergeben. Ich setze den Synology DDNS Dienst ein.

Die Option Delivery regelt das Versenden von Mails. Ich möchte mit meinem Mail Server nicht direkt E-Mails versenden. Das Versenden aller E-Mails wird über ein Relay-Host realisiert. Wenn ich meinen Server direkt für das Verschicken der Mails verwende, könnte dies Probleme hervorrufen. Da mein Server keine feste IP besitzt und auf keinem Mail Server der Welt als vertrauenswürdig eingestuft ist, kann die Zustellung von E-Mails an Google, Yahoo, GMX usw. schief gehen. Diese Mail Server würden die E-Mails ablehnen, da sie von keinem vertrauenswürdigem Mail Server kommen.

Aus diesem Grund verschicke ich die E-Mails an meinem Mailanbieter, der diese dann entsprechend weiterleitet. Das ist vom Prinzip das gleiche, als wenn ich eine Mail von meinem Computer oder Smartphone verschicke. Bei meinem Mailanbieter authentifiziere ich mich über einen Benutzernamen und ein Passwort. Das sind die gleichen SMTP Einstellungen, die ich auf anderen Endgeräten verwende, um E-Mails zu verschicken.

Die Konfiguration der Mailübermittlung ist damit abgeschlossen. Bei dem Punkt Sicherheit lassen sich noch andere Parameter einstellen. Ich würde empfehlen, solche Einstellungen erst vorzunehmen, wenn das Versenden von E-Mails funktioniert.

Übermittlung (SMTP, IMAP, POP3)

Das Senden und Empfangen der E-Mails über den Mail Server wird über die Option Übermittlung konfiguriert. Meine Einstellungen habe ich so vorgenommen, dass ich über POP3 keine E-Mails empfangen möchte. Die Mails werden ausschließlich per IMAP bereitgestellt. Das Senden via SMTP funktioniert über Port 25 und verschlüsselt über 587.

Mit diesen Einstellungen kann ich erfolgreich meine E-Mails vom Mail Server abrufen und versenden.

Der Punkt MailPlus Client ist für Einstellungen im Webclient zuständig. Dort habe ich festgelegt, dass Benutzer über den Webclient E-Mails von externen POP3-Servern empfangen dürfen. Weitere Einstellungen werden direkt im MailPlus Client vorgenommen. Das erkläre ich im unteren Teil genauer. Weiterhin ist es gestattet, dass Benutzer den Absendernamen (bei den E-Mails) ändern dürfen.

E-Mails migrieren (Exchange-, IMAP-Konto)

Besonders gut beim MailPlus Server gefällt mir, dass ich meine gesamte Ordnerstruktur inklusive aller E-Mails vom Exchange und IMAP Server migrieren kann. Auf meinem Exchange Server befinden sich über 5 GB E-Mails (25 Ordner und über 20.000 Mails). Die Migration der kompletten Daten hat ohne Probleme funktioniert. Bei einem weiteren IMAP Konto wurden ebenfalls alle Mails und Ordner problemfrei übernommen.

Eine Aufgabe zur Mail Migration wird über Server-Management > Mail Migration hinzugefügt. Dazu auf den Erstellen Button klicken. Im nächsten Fenster muss ich die spezifischen Einstellungen vornehmen.

Unter Vorgang eine beliebige Bezeichnung eintragen. Den Servertyp entsprechend des zu migrierenden Kontos festlegen. Serveradresse und Anschluss ggf. vom Mailanbieter erfragen. Um die Migration erfolgreich einzuführen, ist es zwingend erforderlich eine Benutzerliste anzulegen. Über den Reiter Benuzterliste kann ich eine CSV Datei importieren, in der die zu importierenden Konten angegeben sind. Ich habe für jede Migration eine separate Liste angelegt, da sich die Serveradressen bei beiden Migrationen unterscheiden. In der Benutzerliste muss der Benutzername und das Passwort vom ursprünglichen Mailanbieter eingetragen sein. Zusätzlich der Benutzername auf dem privaten Mail Server. Die Einträge mit einem „,“ trennen (WICHTIG!!!).

Beispielkonfiguration der CSV Datei:

michael@my-digital-home.de,Geheim,Micha

Mit dem Benutzernamen (michael@my-digital-home.de) und dem Passwort (Geheim) kann ich mich bei meinem Mailanbieter anmelden. Die E-Mails von diesem Konto sollen in das Postfach des Benutzers Micha migriert werden.

Der Mail Server prüft im Anschluss, ob die Anmeldung am Quellkonto funktioniert. Anschließend kann ich die Migration über den Start Button starten.

Je nach Größe des Postfaches dauert die Migration eine Weile. Ein 1,2 GB großes IMAP Postfach wurde in ca. 30 Minuten erfolgreich migriert.

MailPlus Client konfigurieren

Den MailPlus Client können die Benutzer direkt aus der DSM Oberfläche starten. Alternativ lässt sich ein Link direkt zur App setzen.

Da meine Mails direkt zum Server weitergeleitet werden, muss ich hier keine Anpassungen vornehmen. Möchte der Nutzer noch zusätzliche POP3 Konten abfragen, lässt sich dies über die Einstellungen realisieren. Dazu oben rechts auf den Nutzername klicken und die Option Einstellungen wählen.

Klicke auf die Option POP3-Abruf, um E-Mails von einem POP3 Konto zu empfangen.

Über den Hinzufügen Button werden alle notwendigen Einstellungen vorgenommen.

Für die Einrichtung müssen die Login-Daten zum POP3 Konto vorhanden sein. POP3-Server und Port lassen sich beim Provider abfragen. Zum Test habe ich mehrere POP3 Konten hinzugefügt. Der Abruf der Mails funktioniert ohne Probleme. Das Abruf-Intervall lässt sich individuell einstellen.

Unter der Option SMTP kann der Nutzer den Absendernamen editieren, sofern das vom Administrator freigegeben ist.

Backup der Mails

Wichtig bei einem privaten Mail Server ist, dass die E-Mails gesichert werden und bei einem möglichen Schaden des NAS nicht unwiederbringlich verloren sind. Ich erstelle ein tägliches Backup des gesamten Mail Servers. Dort sichere ich die Mails sowie die Einstellungen des Servers. Die Sicherung führe ich mit dem Paket HyperBackup aus. Das NAS läuft im RAID 1 (Festplattenspiegelung) Modus. Zusätzlich erfolgt einmal pro Woche die Sicherung auf einer externen Festplatte. Das dritte Backup wird einmal im Monat auf einem entfernten NAS ausgeführt.

Empfehlung

  1. Tägliches Backup mit dem Paket HyperBackup auf dem NAS
  2. Einmal wöchentliches Backup auf eine externe Festplatte
  3. Monatliches Backup zu einem entfernten Standort (Geo-Redundanz)

Smartphone mit MailPlus Server verbinden

Die Verbindung mit dem MailPlus Server über ein Smartphone ist schnell und einfach eingerichtet. In meiner Konfiguration ist ein iPhone und ein Android Smartphone mit dem Mail Server verbunden. Das Senden und Empfangen funktioniert hervorragend. Die Verbindung zu meinem Mail Server läuft per IMAP. Das IMAP Verfahren wird von jedem Smartphone unterstützt.

iOS

Einstellungen > Mail > Accounts öffnen. Nun auf Account hinzufügen tippen.

Für einen IMAP Account auf Andere tippen. Es öffnet sich ein weiteres Fenster.

Nun auf Mail-Account hinzufügen tippen, um den Zugang zum Mail Server einzurichten.

Als Name den E-Mail Absendernamen eintragen. Bei Passwort das Benutzer-Passwort vom NAS-User verwenden. Die Beschreibung ist optional.

Der Hostname für eintreffende und ausgehende E-Mails ist bei mir gleich. Dort habe ich den Namen eingetragen, worüber mein Mail Server aus dem Internet erreichbar ist. Bei Benutzername und Passwort die Anmeldedaten des jeweiligen Synology NAS Benutzers eintragen. Die Konfiguration ist damit beendet.

Eine erfolgreiche Verbindung zum Server ist im nachfolgenden Bild dargestellt.

Windows E-Mail Client nutzen

Unter Windows nutze ich derzeit den Thunderbird Mail Client, um meine E-Mails zu bearbeiten. Ich verwende einen E-Mail Client und kann die Mails, Kontakte, Kalender-Einträge auf meinem NAS verwalten und organisieren. Das Einrichten der Kontakte (CardDAV) und Kalender (CalDAV) funktioniert mit Thunderbird sehr gut. Der Mail Client ist schnell und intuitiv zu bedienen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr umfangreich. Er lässt sich für jeden User separat anpassen.

Synology MailPlus Server Erfahrungen

Meine Erfahrungen mit dem MailPlus Server sind bis jetzt durchweg positiv. Für die Einrichtung und Konfiguration sollte man sich genügend Zeit nehmen. Die Grundeinstellungen sind rasch umgesetzt und die ersten Test-Mails konnte ich innerhalb von 30 Minuten versenden. Die Migration meiner vorhandenen E-Mail-Konten hat anfangs etwas länger gedauert, da die CSV Datei nicht richtig aufgebaut war. Hier sind die Trennzeichen „,“ zu beachten. Nachdem die Benutzerliste ordentlich eingelesen wurde, konnte ich ein Exchange Postfach und ein IMAP Postfach erfolgreich migrieren.

Im nächsten Schritt erfolgte eine Prüfung, ob alle E-Mails und Ordner fehlerfrei übernommen wurden. Dafür habe ich den MailPlus Client genutzt. Die Migration hat den kompletten Datenbestand vom Mailanbieter eins-zu-eins übertragen. Ein händischen Anlegen der Ordner und kopieren der Mails, hätte deutlich mehr Zeit und einen größeren Aufwand verursacht. Nachdem ich nun alle Mails migriert habe und das Versenden ordnungsgemäß funktioniert, wurde der Mail Server in Betrieb genommen. Zwei E-Mail-Domains leiten ihre Mails direkt zum Mail Server. Dieser verteilt die Mails in den entsprechenden Postfächern. Bis jetzt funktioniert alles ohne Probleme.

Server-Management

Die Ansicht des Server-Management liefert mir detaillierte Information darüber, wie viele Mails gesendet, empfangen, fehlgeschlagen, erneut senden und abgelehnt wurden.

Das Zeitfenster lässt sich auf pro Stunde, Tag, Woche und Monat ändern.

Bedrohungsmonitor

Die allgemeine Bedrohungsanalyse wird sehr übersichtlich grafisch dargestellt. Die Analyse finde ich sehr interessant, da ich solche Grafiken von meinem früheren Mailanbieter nicht kannte.

Warteschleife

Noch nicht gesendete Mails findet man unter dem Punkt Warteschleife. Die Anzeige ist bei mir immer leer, da beim Senden keinerlei Probleme auftreten. Anfangs tauchten dort Mails auf, weil der Server noch nicht richtig konfiguriert war. Für ein Fehleranalyse ist es von Vorteile, diese Ansicht im Blick zu behalten.

Überprüfung

Die gesamte Protokollverwaltung ist unter dem Punkt Überprüfung zu finden. Dort wird jeder Mail Ein- und Ausgang dokumentiert. Sehr hilfreich bei der Fehleranalyse oder um einen Überblick zu bekommen, welche Aktivitäten auf dem Mail Server laufen.

Fazit

Ich bin mit der Einstellungs-Vielfalt des MailPlus Server sehr zufrieden. Man kann sämtliche Konfigurationen selbst steuern und testen. Die Konfigurationsmöglichkeiten bverschaffen mir ein sehr gutes Gefühl, einen sicheren Mail Server zu betreiben. Die Überwachungs- und Fehleranalyse-Möglichkeiten sind ausgesprochen gut. Ich konnte jedes entstandene Problem lokalisieren und lösen. Der Mail Server ist sehr übersichtlich aufgebaut und lässt sich wunderbar administrieren. Es macht richtig Spaß jedem Menüpunkt zu analysieren, um die Verfahrensweise des Servers zu verstehen. Ich kann den Synology MailPlus Server uneingeschränkt weiterempfehlen.

FAQ

❓ Vorteile privater Mail Server?

1. Private Infrastruktur nutzen
2. Ausreichend Speicherplatz für E-Mails vorhanden
3. Volle Kontrolle über den Mail Server ☛ Mehr erfährst du in unserem Artikel: Mail Server einrichten

❓ Welche Kosten können entstehen?

1. Lizenzierungskosten (kostenlose Standardlizenz oft vorhanden)
2. Stromkosten von ca. 50 Euro pro Jahr
3. Anschaffungskosten der Hardware von ca. 250-500 Euro ☛ Mehr erfährst du in unserem Artikel: Mail Server einrichten

❓ Sind meine Mails sicher?

Die E-Mails können auf einem privaten Mail Server sehr sicher gespeichert werden. Unbefugter Zugriff lässt sich durch richtige Einstellungen vermeiden. Die Einhaltung des Datenschutz ist gewährleistet. ☛ Mehr erfährst du in unserem Artikel: Mail Server einrichten

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6 Kommentare
  1. Olaf
    Olaf sagte:

    Moin Micha,

    vielen Dank für Deine tolle Beschreibung! Hat super funktioniert.
    Sehr gut war auch Deine Beschreibung, wie man sehr einfach bestehende
    Mailkonten migrieren kann. Nur bei den Einstellungen bezüglich der MX –
    Einstellungen beim Hoster (Strato) mußte ich ein wenig knbeln.

    Gruß Olaf

    Antworten
    • Micha
      Micha sagte:

      Hallo Olaf,

      schön das Dir meine Beschreibung geholfen hat. Die Migration bestehender Mailkonten ist wirklich sehr einfach. Da war ich selbst überrascht.

      Beste Grüße

      Antworten
  2. Sascha
    Sascha sagte:

    Hallo, ich versuche mich schon seit längerem an dem Mail-Plus Server aber ich bekomme nur den Abruf hin bei GMX wenn ich senden möchte steht immer: „Empfänger nicht bekannt“ woran könnte das liegen? Testnachricht zur eigenen Mail Adresse funktioniert komischerweise. Über meine Gmail Adresse geht es einwandfrei.
    Danke im voraus

    Antworten
    • Micha
      Micha sagte:

      Hallo Sascha,

      ich glaube diese Fehlermeldung hatte ich auch mal. Was hast Du unter Mailübermittlung > Delivery eingetragen? Versendest Du die Mails direkt vom NAS oder nutzt Du ein Relay-Host?

      Beste Grüße

      Antworten
    • Micha
      Micha sagte:

      Hallo Thomas,

      da hast Du Recht. In meiner Konfiguration werden die Mails von meinem Provider direkt zu meinem Mail Server weitergeleitet. Die Gründe dafür habe ich beschrieben. Das kann jedoch auch jederzeit umgestellt werden. Der Mail Server läuft jetzt seit ca. 5 Monaten ohne Probleme. Vielleicht passe ich die Konfiguration so an, dass die Mails aus dem Internet direkt an meinen Mail Server gehen und nicht den Zwischenstopp beim Provider machen.

      Beste Grüße
      Micha

      Antworten

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