Synology Portfreigabe am Speedport: Anleitung & Sicherheit
So richtest du eine sichere Portfreigabe für dein Synology NAS am Telekom Speedport Smart 3 ein. Einfache Anleitung, Tipps & wichtige Ports im Überblick.
Kurzstart (5 Minuten): Portfreigabe für Synology am Speedport
Das ist der schnelle Ablauf, damit der Zugriff von außen funktioniert – ohne unnötige Risiken. Weiter unten kommt die ausführliche Anleitung (welche Ports, HTTPS, DDNS, typische Fehler).
Vorab: brauchst du überhaupt Portfreigaben?
- Wenn es nur um „von unterwegs zugreifen“ geht: QuickConnect ist oft der einfachere Start.
- Wenn du Portfreigaben machst: HTTPS, starke Passwörter und idealerweise 2FA sind Pflicht.
Vorbereitung (damit es sauber klappt)
- Der Synology eine feste interne IP geben (DHCP-Reservierung im Speedport oder statisch auf der NAS)
- Entscheiden, wie du zugreifst: DDNS/Domain oder QuickConnect
- Wenn möglich: Reverse Proxy statt viele Ports öffnen (weniger Angriffsfläche)
Speedport: Portfreigabe anlegen (Standardweg)
- Speedport-Weboberfläche öffnen (speedport.ip) und einloggen
- Menü: Internet → Portfreigaben (Bezeichnung je nach Modell leicht anders)
- Gerät auswählen (deine Synology mit der festen IP)
- Port/Protokoll eintragen (TCP/UDP je nach Dienst) und speichern
Welche Ports sinnvoll sind (nicht „alles“ öffnen)
- Am liebsten nur 1 Port auf HTTPS (z. B. Reverse Proxy)
- Wenn DSM direkt: nur HTTPS nutzen (HTTP vermeiden)
- Pro Dienst genau prüfen, was du wirklich brauchst (Drive/Photos/WebDAV etc.)
Wenn’s nicht funktioniert: die 4 häufigsten Ursachen
- NAS hat keine feste IP (Portfreigabe zeigt plötzlich auf „nichts“)
- Falscher Port/Protokoll (TCP vs UDP) oder Port am Dienst anders eingestellt
- DS-Firewall blockiert (DSM-Firewall/Auto-Block)
- Du testest im WLAN über die externe Adresse (NAT-Loopback je nach Router zickig) → lieber über Mobilfunk testen
Merksatz: So wenig Ports wie möglich, so viel Sicherheit wie nötig. Wenn du’s schlank hältst (HTTPS/Reverse Proxy), läuft’s stabiler und sicherer.
Wenn du dein NAS als Zentrale für Cloud, Fotos, Backup und Zugriff von außen aufbauen willst, nutze auch: NAS-Medienserver Leitfaden
Welche Zugriffsmethode passt zu dir?
Wenn du nicht zwingend Ports öffnen willst, sind QuickConnect oder VPN oft die stressfreiere Lösung. Wenn du aber bestimmte Apps/Clients sauber per Domain nutzen willst, führt an DDNS + Portfreigabe manchmal kein Weg vorbei.
QuickConnect
Gut, wenn du „einfach von unterwegs drauf“ willst – ohne Router-Gefrickel.
- keine Portfreigaben nötig
- für viele Synology-Apps ausreichend
VPN
Am besten, wenn du Sicherheit priorisierst und „wie zuhause“ zugreifen willst.
- kein Dienst offen im Internet
- ideal für sensible Daten
DDNS + Portfreigabe
Sinnvoll, wenn du gezielt einzelne Dienste/Apps direkt erreichbar machen musst.
- schnell, direkt, aber sicherheitsrelevant
- nur Ports öffnen, die du wirklich brauchst
Vorbereitung (bitte nicht überspringen)
- DDNS im NAS aktivieren (damit du trotz wechselnder IP erreichbar bleibst)
- DSM → Systemsteuerung → Externer Zugriff → DDNS → Hinzufügen
- Dienstanbieter wählen (z. B. Synology) und Hostnamen anlegen
- Feste IP fürs NAS im Heimnetz setzen
- Entweder im Speedport per „immer gleiche IP zuweisen“ (empfohlen)
- Oder am NAS eine feste IP konfigurieren (geht auch, ist aber fehleranfälliger)
- Ports nur über HTTPS / nur wenn nötig
- Wenn möglich: lieber HTTPS (statt HTTP)
- Lieber wenige Ports als „alles auf“
Welche Synology-Dienste brauchen wirklich Ports?
Wichtig: Ports können je nach DSM-Einstellungen und App abweichen (z. B. wenn du DSM-Ports geändert hast). Verlasse dich im Zweifel auf:
- DSM → Systemsteuerung → Anmeldeportal (Login Portal) → Anwendungen
Dort siehst du die Ports vieler Pakete bzw. kannst sie festlegen.
Typische Kandidaten (als Orientierung):
- DSM: 5000 (HTTP), 5001 (HTTPS) – oder deine eigenen DSM-Ports, falls geändert
- Synology Drive: häufig 6690 (Sync/Backup) plus Webzugriff über DSM/HTTPS
- WebDAV: 5005 (HTTP), 5006 (HTTPS)
- Mail-Server: je nach Protokoll (SMTP/IMAP/POP3 etc.) – das ist ein eigenes Sicherheits-Kapitel
Hinweis zu Kalender/CalDAV: Bei neueren Synology-Calendar-Versionen werden 38008/38443 nicht mehr als „von außen zu öffnen“ empfohlen – viele Setups laufen stattdessen über die normalen DSM-Ports (5000/5001). Wenn dein Setup noch 38443 nutzt: ok – aber prüfe in deiner App/URL, welcher Port tatsächlich verwendet wird.
Portfreigabe im Telekom Speedport Smart 2/3/4 einrichten (Schritt für Schritt)
- Speedport-Oberfläche öffnen
- Browser → speedport.ip
- Einloggen (Gerätepasswort)
- Portfreigabe-Menü finden
- Internet → Portfreischaltung
- Falls du es nicht siehst: im Speedport ggf. den Expertenmodus aktivieren
- Neue Port-Weiterleitung anlegen
- „Weitere Port-Umleitungen / Port-Weiterleitung anlegen“ (Formulierung je nach Modell)
- Name vergeben (z. B. „DSM-HTTPS“ oder „Drive“)
- Gerät auswählen: dein Synology NAS
- Protokoll: meistens TCP
- Port extern = Port intern (in den meisten Fällen)
Beispiel (DSM über HTTPS):
- extern: 5001 → intern: 5001 → TCP
Wenn du DSM-Ports geändert hast (z. B. 1705 statt 5001), dann natürlich diesen Port weiterleiten.
Test: so prüfst du sauber, ob es funktioniert
- WLAN am Smartphone ausschalten (damit du wirklich „von außen“ testest)
- Aufruf über deinen DDNS-Namen (z. B. https://deinname.synology.me:5001)
- Wenn es im WLAN geht, aber mobil nicht: fast immer Router/DDNS/Portfreigabe
Sicherheit (kurz, aber wichtig)
- Updates einspielen (DSM + Pakete)
- 2-Faktor aktivieren, starke Passwörter nutzen
- Auto-Block / Konto-Schutz aktivieren (gegen Login-Spam)
- Nur die Ports öffnen, die du wirklich brauchst
- Wenn möglich: lieber VPN statt „viele Dienste offen“
Häufige Probleme & schnelle Fixes
Probleme & schnelle Fixes (Speedport + Synology)
- Praxis-Tipp: Teste „von außen“ immer mit ausgeschaltetem WLAN am Handy.
NAS wird im Speedport nicht als Gerät angezeigt
- NAS muss online sein (LAN steckt, Link-LEDs prüfen).
- Im Router dem NAS eine feste IP zuweisen (damit Portregeln nicht ins Leere laufen).
Port ist offen, aber Zugriff klappt trotzdem nicht
- Interner Port stimmt nicht (häufig nach geänderten DSM-Ports).
- Protokoll prüfen: meistens TCP.
- Du testest noch im WLAN: WLAN am Handy aus, dann erneut testen.
DDNS steht auf „Normal“, aber Domain führt ins Leere
- DDNS-Eintrag in DSM einmal öffnen und neu speichern.
- Speedport Internetverbindung kurz neu verbinden (WAN-IP hängt manchmal).
CalDAV/Contacts zickt trotz Portfreigabe
- In App/URL prüfen, welcher Port wirklich genutzt wird.
- Wenn möglich auf 5001/HTTPS umstellen (statt alter Sonderports).
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich für Portfreigaben eine feste öffentliche IP?
Nein. Eine wechselnde IP ist normal – mit DDNS funktioniert das in der Praxis zuverlässig.
Was ist besser: QuickConnect oder Portfreigabe?
QuickConnect ist einfacher. Portfreigabe ist direkter, aber sicherheitsrelevanter und wartungsintensiver.
Warum sollte mein NAS im Heimnetz eine feste IP haben?
Weil die Portfreigabe sonst irgendwann auf die falsche interne Adresse zeigt.
Welche Ports muss ich für DSM öffnen?
Wenn überhaupt: HTTPS. Also 5001 – oder deinen eigenen HTTPS-Port, falls du DSM umgestellt hast.
Kann ich externe Ports anders wählen als interne?
Ja. Das ist sogar sinnvoll (z. B. extern 5443 → intern 5001), wenn du Scans reduzieren willst.
Warum klappt es im WLAN, aber nicht über Mobilfunk?
Dann ist fast immer DDNS/Portfreigabe/WAN-IP die Ursache – nicht das NAS.
Ist es ok, viele Ports „einfach mal“ zu öffnen?
Lieber nicht. Öffne nur das, was du aktiv nutzt – und sichere es sauber ab.
Was ist die sicherste Lösung für Zugriff von außen?
VPN. Dann ist kein Dienst direkt offen im Internet.
Nächster Schritt: Was willst du als Nächstes optimieren?
Zugriff von außen (sauber & alltagstauglich)
• Eigene Cloud statt Google/iCloud → Private Cloud zuhause
Synology-Grundsetup (damit alles stabil läuft)
• DSM sauber aufsetzen & absichern → Synology NAS einrichten
Netzwerk-Check (wenn du IP/Erreichbarkeit prüfen willst)
• Öffentliche IP & Netz-Infos schnell finden → Freie IP-Adressen finden

Hinweis an alle: Auf der NAS muss (doch) noch etwas eingestellt werden. Nämlich unter Systemsteuerung/Externer Zugriff/DDNS: Hinzufügen und Dienstleister Synology auswählen. Restliche Felder sind bereits ausgefüllt. Dann funktioniert der Zugriff von außen via Internet/Handynetz. Micha stell bitte den Chat-Verlauf zusammen, damit andere das komplett nachlesen können. Viele Grüße Ralf
Hallo Ralf,
schön das Du den „Fehler“ gefunden hast. Am Anfang hatte ich auch Quickconnect aktiviert. Jetzt nutze ich nur noch den DDNS Dienst von Synology. Da landest Du direkt auf Deinem NAS und muss nicht den Umweg über die Synology Server nehmen. Ich denke das ist die bessere Variante. Ich habe auch alle Dienste über den DDNS realisiert. Da gibt es eigentlich keine Probleme.
Beste Grüße
Micha
Hier der Chat Verlauf:
Hallo Micha,
danke für die guten Beschreibungen. Aber leider komme ich nicht weiter.
Drive funktioniert im LAN, nicht aber über das Internet. QuickConnect über das Internet funktioniert. Am Speedport hatte ich gestern auch die Funktion Portweiterleitung gefunden, nachdem ich den Expertenmodus aktiviert hatte. Für Drive Client wird der Port 6690 genannt. Auf der NAS sind meine Ports statt 5000 – 1704, statt 5001 – 1705. Ich habe HTTPS aktiviert. Meine Probleme sind:
1) Was muss ich im Speedport wo eingeben?
2) Wie muss ich EZ-Internet auf der NAs einrichten?
3) Heute morgen habe ich noch den Beitrag „Daten vom PC mit NAS synchronisieren“ gelesen. In den gemeinsamen Ordnern sehe ich nicht den Ordner „Homes“. Dieser ist in der FileStation sichtbar, in ihr werden offenbar für jeden User Unterordner angelegt. In einem liegt unter drive mein Backup via LAN.
Danke für Deine Hilfe ggfs. über TeamViewer, die bei Erfolg ich auch gerne bezahle.
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Ralf,
am Speedport Router muss du eigentlich nur den entsprechenden Port für Drive freigeben. Dazu auf Internet > Portfreischaltung gehen. Dann unter Port-Umleitungen und Port-Weiterleitungen den Port 6690 auf die DiskStation weiterleiten. Siehe Screenshot.
Auf dem NAS muss du eigentlich gar nichts weiter einrichten.
Der Ordner homes erscheint erst, wenn du den Benutzer-Home-Dienst aktivierst. Diesen findest du unter Systemsteuerung > Benutzer und Gruppe > Erweitert und dann ganz nach unten scrollen.
Beste Grüße
Micha
Portweiterleitung aktiviert. Ich komme über quickconnect auf die NAS nicht aber über Drive. Fehlermeldung lautet: Verbindung fehlgeschlagen Prüfen Sie Ihre Netzwerkeinstellungen und versuchen Sie es erneut. Was muss ich machen? Danke für die Rückmeldung.