Startseite: Multimedia Blog > LTE > Kein DSL oder Kabel? Mobilfunk Netzwerke als echte Alternative

Kein DSL oder Kabel? Mobilfunk Netzwerke als echte Alternative

Trotz attraktiver Werbeversprechen, die mit High-Speed-Internet locken, besitzen viele Kunden sprichwörtlich nur eine lange Leitung. Seien es Unternehmen, denen kein stabiler DSL-Anschluss garantiert werden kann oder Privathaushalte, die schon bei der Google-Bildersuche an ihre Grenzen kommen. Das mobile Internet der 4. Generation (4G / LTE) hat sich für solche und ähnliche Fälle zu einer äußerst attraktiven Alternative entwickelt. Wir informieren Sie über die aktuellen Möglichkeiten sowie die wichtigten Aspekte, die beachtet werden müssen, wenn Sie Internet über Mobilfunk genießen wollen.

Das müssen Sie wissen 

Mobilfunk-Basics  & Gründe für LTE
Besonderheiten im Mobilfunk
Verschiedene Lösungen für Ihr LTE-Netzwerk
Fazit

Status quo und Argumente für einen Mobilfunk-Anschluss 

Ein Breitband-Anschluss über DSL oder das TV-Kabel ist vielen bekannt. Es ist unkompliziert, weit verbreitet und das Angebot ist riesig. Sowohl die Telekom, mit ihren MagentaZuhause-Tarifen (DSL), als auch Vodafone, mit dem stark ausgebauten Kabelnetz von Kabel Deutschland, werben mit horrenden Geschwindigkeiten – die in der Realität aber oft gar nicht erreicht werden können. Ein weiterer Kandidat ist die Glasfaser-Technologie, die bis zu 1000 MBit/s verspricht, wobei viele Regionen aber noch gar an ein Glasfasernetz angeschlossen sind. Vielerorts wird sich dies in der Zukunft auch nicht ändern. Der Frust beim Kunden, der dann nach einer Alternative sucht, ist gut nachvollziehbar.

Eine solche Alternative kann der Mobilfunk sein. Aktuell ist die vierte Generation (4G) mit LTE, LTE Advanced und bald auch LTE Advanced Pro verfügbar. Spätestens nach der Einführung von LTE hat sich der Mobilfunk zu einer echten Option als Internet-Technologie entwickelt. Während vor ein paar Jahren noch die Geschwindigkeiten recht langsam und die Preise für die Datenübertragung via Mobilfunk sehr hoch waren, hat sich auf dem Markt mittlerweile einiges getan. Die Geschwindigkeiten von 4G-Netzwerken reichen von 25 MBit/s  über 300 MBit/s bis zu 1000 MBit/s und sind damit auf Augenhöhe mit DSL, Kabel und Co. Auch wenn die Preise für Mobilfunk-Tarife noch etwas höher liegen als bei den Konkurrenztechnologien und diese im günstigen Segment nur mit limitiertem Datenvolumen zu haben sind, gibt es doch einige Fälle, in denen es sich lohnt, ein LTE-Netzwerk aufzubauen.

Keine DSL- oder Kabelverbindung

Man es will eigentlich nicht glauben, doch auch in der hoch entwickelten Nation Deutschland gibt es noch immer ländliche Gegenden, in denen man vergeblich nach einer schnellen Internetleitung sucht. Es sind häufig nur sehr langsame DSL-Anschlüsse vorhanden, die maximal zum Surfen reichen und Kabelanschlüsse existieren gar nicht. Glasfaser-Netze auf dem Land sind ebenfalls eine Zukunftsvision, die es bisher nur selten in die Realität geschafft haben. Im Zeitalter von Social Media, Netflix und anderen datenlastigen Angeboten sind aber schnelle Netzwerke unverzichtbar geworden. Der Mobilfunk ist unabhängig von kilometerlangen Kabelnetzen und bietet in solchen Gebieten ggf. eine gute Option.

Absicherung für Unternehmen

Es passiert immer mal wieder: Das Firmennetzwerk versagt und die Mitarbeiter können z. B. keine Online-Bestellungen mehr tätigen, keine Daten mehr übertragen usw. Wichtige Betriebsabläufe können so ins Stocken geraten und im schlimmsten Fall fehlenden Umsatz zur Folge haben. An dieser Stelle empfiehlt es sich, ein zusätzliches Netz im Hintergrund bereitzustellen. Das LTE-Netzwerk kann immer dann übernehmen, wenn DSL- oder Glasfasernetze im Unternehmen versagen. Ob nun als Überbrückung bzw. Absicherung im günstigen Tarif oder als Komplettlösung für Unternehmen in ländlichen Gebieten, für beide Fälle ist auch hier der Mobilfunk eine gute Alternative.

Herausforderung: Internet in Fahrzeugen

Technisch ist es gar nicht so einfach, eine stabile Internetverbindung in PKWs, Wohnmobilen oder Einsatzfahrzeugen aufrechtzuerhalten. Dank LTE, Fahrzeugantennen und WLAN können aber auch Viel- oder Berufsfahrer fast überall Internet nutzen.

Mobilfunk: Chancen & Einschränkungen

Was im Bereich des Mobilfunks nicht unterschätzt werden darf: Sie müssen sich einige wichtige Informationen einholen, um LTE tatsächlich mit der maximalen Leistung nutzen zu können – denn die Gegebenheiten sind nicht immer eindeutig und verändern sich zudem ständig.

Schauen wir uns beispielsweise die Frequenzbereiche an, die momentan für LTE genutzt werden: 800 MHz / 1800 MHz / 2600 MHz. 2015 war die letzte Auktion der Bundesnetzagentur, wobei wieder Frequenzen an die drei großen Anbieter in Deutschland versteigert wurden. Seitdem ist klar, dass in schon in naher Zukunft auch die Frequenzbereiche von 700 MHz, 900 MHz (bisher GSM) sowie 1500 MHz genutzt werden. Es heißt also auch, dass nicht alle Frequenzbereiche von jedem Anbieter abgedeckt werden können. Ähnlich verhält es sich mit den Endgeräten, die ihrerseits verschiedene Frequenzen unterstützen.

Es muss sich also jeder LTE-Nutzer – schon vor der Bestellung des Tarifs und der benötigen Geräte – ein Bild davon machen, welche Anbieter sein Nutzungsgebiet tatsächlich versorgen und auf welchen Frequenzen übertragen sind. Erst dann können passende Router und verschiedenes Zubehör wie Antennen und Verstärker angeschafft werden. Wem das jetzt schon zu kompliziert ist, der muss nicht verzweifeln. Wir empfehlen an dieser Stelle Fachhändler wie das sächsische Unternehmen FTS Hennig, die Ihnen eine kompetente und Beratung kostenlos anbieten und auf Ihre individuellen Anforderungen eingehen. Auch als Laie kommen Sie so an die richtige Ausstattung – ohne Umwege!

Funktionierende LTE-Lösungen – stationär & mobil

Verschiedene Anwendungen benötigen auch flexible Lösungsansätze. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Lösungen für ein LTE-Netzwerk. Dabei wird nach Preis, Anforderungen und lokalen Gegebenheiten unterschieden.

Wenn es mit dem Mobilfunkrouter einfach funktioniert

Zugegeben, so einfach ist es oft nicht und doch gibt es auch diesen Glücksfall. Sie kaufen einfach einen LTE-Router, der sich preislich vom DSL-Router nicht großartig unterscheidet, schließen diesen an und haben sofort eine super Verbindung zum Netz! Jetzt kommt es nur noch auf den gebuchten Tarif sowie Ihre Endgeräte an, die mittels WLAN- oder LAN-Verbindung im Haushalt bzw. in der Firma mit schnellem Internet versorgt werden sollen.

Signalverstärkung durch Antennen

Manchmal ist die Antenne des Mobilfunkrouters zu schwach, Ihr Gebäude ist ziemlich stark isoliert oder das Signal an Ihrem Standpunkt ist schlichtweg nicht stabil. In diesen Fällen kann eine LTE-Antenne Abhilfe schaffen.

FTS-Complete-Max-Antenne

Wichtig: Die Antenne muss möglichst weit oben und mit Ausrichtung zum nächsten Sendemast montiert werden. Die Antenne bündelt dann das Signal und leitet es zu Ihrem Router weiter. Preislich liegen Sie mit dieser Variante bei 60-140 Euro für eine hochwertige MIMO-Antenne sowie zusätzlich 40-140 Euro für das Kabel.

Koppler für Smartphone & Tablet

Für diese Option benötigen Sie keinen LTE-Router! Es ist für alle Internetnutzer, die mit ihrem Handy- bzw. Tablet-Empfang unzufrieden sind. Nehmen wir an, Sie besitzen zu Hause einen DSL-Anschluss, PC und Laptop sind gut versorgt, doch die kleineren Mobilgeräte wie Smartphone oder Tablet haben keinen Empfang und Sie sind daher nicht erreichbar. Um die LTE-Verbindung zu verbessern, kann ein externer Koppler schnell Abhilfe schaffen. Das Antennensignal wird durch ein Kabel an den Koppler geleitet, der wiederum das verbesserte Signal an das mobile Endgerät überträgt.

Antennenkoppler-Tablet

Der Nachteil: Das mobile Gerät ist nicht mehr mobil, sondern muss auf dem Koppler liegen, damit das Maximum aus dem Mobilfunknetz herausgeholt werden kann. Telefonieren geht dann also auch nur noch über Freisprecheinrichtungen etc. Preislich liegt ein passiver Koppler bei 50-100 Euro und ist damit günstiger als die Alternative mit Router und Antenne. Schließlich können durch die HotSpot-Funktion auch andere Endgeräte im Haushalt mit LTE versorgt werden.

Mit Repeatern das Beste aus dem Netz herausholen

Ein Verstärker oder Repeater ist vor allem für größere Häuser oder Unternehmen interessant. Mit dieser Variante können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Ist das Signal außen am Gebäude zu schwach oder die Entfernung zwischen Router und Antenne zu lang (mehr als 30 Meter), dann sind Repeater-Anlagen der letzte und häufig beste Ausweg. Diese sind für nichts anderes als das Verstärken des Signals zuständig und geben es über Innenantennen wieder an die Endgeräte ab. Somit kann der Empfang im gesamten Gebäude deutlich verbessert werden.

Hiboost-Repeater

Die zwei wesentlichen Nachteile: Der Preis und die rechtliche Lage. Nach TKG § 55 sind Störungen der Hauptnetze illegal und so muss man immer abwägen, ob ein Repeater tatsächlich eingesetzt werden kann. Juristisch befinden Sie sich also auf nicht ganz sicherem Terrain. Preislich können Verstärker, immer abhängig von Leistung und der Bandbreite, zwischen 200 und 2.000 Euro liegen. Für Kabel und Innenantennen können Sie noch einmal mit 100 bis 500 Euro rechnen. Auch wegen des relativ hohen Preises empfehlen wir diese Option eher für Unternehmen oder Mehrfamilienhäuser.

Mobilfunk für Fahrzeuge

Im Wohnmobil mittels Mobilfunkrouter problemlos via LTE surfen und Filme streamen – das klingt doch eigentlich ganz schön. Leider bleibt die Internetversorgung in Fahrzeugen technisch immer noch eine Herausforderung.

Das erste Hindernis ist die immer bessere Fahrzeugisolierung, die Fahrgäste nahezu komplett abschirmt – auch vor LTE. Die nächste Krux ist die ständige Bewegung der Fahrzeuge. Dadurch wechseln die Geräte permanent die Funkzellen, denn das Mobilfunknetz ist kein grenzenloser Fluss, sondern ein Meer aus vielen Funkzellen. Dennoch können leistungsstarke Fahrzeugantennen den Empfang deutlich verbessern. Aktuell können Sie mit Preisen zwischen 30 und 400 Euro für eine Antenne rechnen und noch mit weiteren 40-140 Euro für die Kabel. Seien Sie jedoch vorsichtig bei günstigen Modellen aus den asiatischen Produktionsländern. Diese halten oft nicht das, was sie versprechen.

Breitband-Magnethaftantenne

Die Probleme beim bereits erwähnte Wechsel zwischen den Mobilfunkzellen kann durch schnelle Reaktionszeiten der Router und der Endgeräte gut ausgeglichen werden. Achten Sie also auch auf dieses Detail. Trotzdem gibt es natürlich Grenzen, die mit den Gesetzen der Physik zusammenhängen und auch durch Luxusgeräte nicht aufgehoben werden können. Wer jenseits der 120 km/h unterwegs ist, muss einfach mit Netzunterbrechungen rechnen.

Fazit

Sie sehen also: Internet über das Mobilfunknetz ist mittlerweile in vielen Situationen möglich. Die Beschränkung auf das Smartphone ist schon lange nicht mehr notwendig. Mit LTE erreichen Sie zu Hause auf dem Land, in der Firma, in Fahrzeugen und auch in gut abgeschirmten Räumen unter Umständen noch sehr gute Internetverbindungen. Auf ein paar Faktoren müssen Sie jedoch achten und sollten sich immer folgende Fragen stellen, bevor Sie ein LTE-Netzwerk einrichten:

  • Welche Netze stehen mir zur Verfügung?
  • Habe ich einen Router?
  • In welchem Frequenzbereich arbeitet mein verfügbares Netz?
  • Unterstützt mein Router diese Frequenzen?
  • Brauche ich LTE mobil oder stationär – oder beides?
  • Welche zusätzlichen Geräte muss ich für den Anschluss kaufen?
  • Welche finanzielle Belastung erwartet mich?
  • Kann ich Antennen überhaupt anbringen, wo sie gebraucht werden (z.B: Dach)?
  • Welche Anforderungen stelle ich an mein Netzwerk?

 

Manche Fragen können am besten von Experten beantwortet werden. Investieren Sie also am besten gleich etwas mehr Zeit und lassen Sie sich von Fachleuten beraten. Schließlich wollen Sie am Ende zufrieden sein mit dem Mobilfunkempfang!



Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.